Yapým Yýlý - 1995
Süre - 00:52:00
Format - Uzun Belgesel, Renkli, Türkçe, 16mm
Yönetmen / Regie - Yüksel Yavuz
BRD 1995, 52 min, 16mm, Dokumentarfilm, kurdisch mit deutschen Untertiteln
Geschichte einer kurdischen Gastarbeiterfamilie aus der Sicht der zweiten
Generation türkisch-kurdischer Einwanderer. Yüksel Yavuz stellt die spannende
und dramatische Migrationsgeschichte seiner Familie dar. Der Film wurde in
Hamburg und in Türkei-Kurdistan gedreht.
„Mein Vater, der Gastarbeiter“
Dokumentarfilm von Yüksel Yavuz, Deutschland 1994;
Der Regisseur Yüksel Yavuz schildert in seinem biografischen Dokumentarfilm die
Gesellschaft, aus der sein Vater und mit ihm auch eine verhältnismäßig hohe Zahl
unserer Migranten stammt, nämlich aus dem kurdischen Teil der Türkei. Er stellt
dieses Leben in Kontrast zu den Lebensbedingungen in Deutschland. Sein Vater,
Cemal Yavuz, war 1968 dem Ruf der deutschen Industrie gefolgt und hat viele
Jahre lang in einer Hamburger Werft als Schweißer gearbeitet. Gewohnt hat er in
„Klein-Istanbul“, einer Ghetto-Siedlung für die Gastarbeiter, in dem ein Haus
neben dem anderen monoton aneinandergereiht ist. Zwölf Quadratmeter standen
jedem Arbeiter als Wohnraum zur Verfügung. Cemal Yavuz hat zehn Stunden am Tag
in der Werft gearbeitet. Außer seinem Arbeitsplatz hat er nur noch zwei andere
Wege gekannt. Den zum Fischmarkt und den ins Kaffeehaus. Als er zu sehr
vereinsamte, holte er zwei seiner Söhne mit nach Deutschland. Der heutige
Regisseur Yüksel Yavuz war einer davon. Nach 16 Jahren aber kehrte der Vater
1984 zu seiner Frau und den anderen Kindern in die Türkei zurück.
Doch das Zuhause war nicht mehr der gleiche Ort, den er einst verlassen hatte,
denn die meisten jungen Leute haben das Dorf verlassen. Die Daheimgebliebenen
fürchten sich vor dem türkischen Militär. Während der Dreharbeiten fuhren häufig
Panzer die Straße entlang, und in der Ferne konnte man Brände erkennen. Die
Familie ist gespalten, ein Teil lebt in der Türkei, der Rest in Deutschland.
Mutter Güzel war vorher noch nie in „Germanistan“, doch für die Dokumentation
hat Yüksel Yavuz beide Eltern nach Hamburg geholt. Für Güzel hat sich damit ein
Lebenstraum erfüllt, während Cemal in nostalgischen Erinnerungen schwelgt. In „Klein-Istanbul“
kennt er kaum noch jemanden, da er Deutschland schon 1984 verlassen hat. Seinen
Arbeitsplatz darf er nicht besuchen. Sein Sohn hat keine Dreherlaubnis erhalten,
und nicht einmal allein und ohne Kamera darf der Vater seine alte Arbeitsstätte
besuchen. Trotz allem ist er froh, denn er kann seine Enkelkinder in die Arme
schließen.